Die Frage kommt immer an derselben Stelle: Das Fluggerät ist ausgesucht, das Budget steht grob, und dann liegt die Entscheidung auf dem Tisch, die am Ende über die Datenqualität entscheidet – welche Nutzlast kommt darunter?
Drei Sensoren decken den Großteil der professionellen Einsätze ab. Sie tun völlig unterschiedliche Dinge, und keiner von ihnen ersetzt einen anderen.
Die kurze Antwort
| Aufgabe | Nutzlast | Was Sie bekommen |
|---|---|---|
| Inspektion, Sicherheit, Nachtflug | Zenmuse H30T | Wärmebild 1280 × 1024 plus 34-facher optischer Zoom |
| Gelände, Vegetation, Volumen | Zenmuse L2 | LiDAR-Punktwolke, auch durch Bewuchs |
| Großflächige Kartierung, Orthofotos | Zenmuse P1 | 45 MP Vollformat, 3 cm genau ohne Passpunkte |
Wenn das Ihre Frage schon beantwortet, können Sie hier aufhören zu lesen. Der Rest liefert die Zahlen dazu.
Die Zahlen im direkten Vergleich
| Kennwert | H30T | L2 | P1 |
|---|---|---|---|
| Hauptsensor | Wärmebild 1280 × 1024 | LiDAR, 5 Rückläufe | 45 MP Vollformat |
| Fläche pro Flug | aufgabenabhängig | bis 2,5 km² | bis 3 km² |
| Genauigkeit | Temperatur, keine Geometrie | 4 cm vertikal · 5 cm horizontal | 5 cm vertikal · 3 cm horizontal |
| Passpunkte nötig | — | nein, mit RTK | nein, mit RTK |
| Zweitsensor | Zoom 40 MP · Weitwinkel 48 MP · Laser | RGB 4/3 Zoll, 20 MP | keiner |
| Gewicht | 920 g | 905 g | ca. 800 g |
| Schutzart | IP54 | IP54 | IP4X |
Die Flächenangaben stammen von DJI und gelten unter definierten Bedingungen – bei der L2 gemessen mit 15 m/s Fluggeschwindigkeit, 150 m Höhe und 20 % Seitenüberlappung. Ihre realen Werte liegen je nach Auflage und Gelände darunter. Als Planungsgröße taugen sie trotzdem, und genau dafür nutzen wir sie im nächsten Abschnitt.
Zenmuse H30T: sehen, was das Auge nicht sieht
Die H30T ist der Allrounder unter den dreien und die Nutzlast mit den meisten Einsatzstunden. Vier Sensoren in einem Gehäuse: eine 40-MP-Zoomkamera mit 34-fachem optischem Zoom, eine 48-MP-Weitwinkelkamera, ein Laser-Entfernungsmesser und eine Wärmebildkamera mit 1280 × 1024 Pixeln.
Diese Infrarot-Auflösung ist der eigentliche Sprung. Die Vorgängergeneration lag bei 640 × 512 – die H30T liefert das Vierfache an Bildpunkten. In der Praxis heißt das: Sie erkennen eine defekte Zelle im Solarfeld aus größerer Höhe und müssen nicht dreimal tiefer fliegen, um sicher zu sein.
Zwei Werte, die im Datenblatt untergehen und im Gutachten zählen: Die thermische Empfindlichkeit liegt bei ≤ 50 mK – das ist die kleinste Temperaturdifferenz, die der Sensor noch trennt. Und der Messbereich reicht von −20 °C bis 1.600 °C, deckt also unterkühlte Leitungen ebenso ab wie ein Glutnest.
Wofür sie sich lohnt: Anlageninspektion, Photovoltaik, Fernwärme, Gebäudethermografie, Feuerwehr und Polizei, Vermisstensuche, Nachtflug. Überall dort, wo Sie etwas finden müssen.
Wofür nicht: Wenn Sie ein vermessungstaugliches Geländemodell brauchen. Die H30T sieht Temperaturen, sie misst keine Geometrie.
Zenmuse L2: durch die Vegetation hindurch
Die L2 ist ein LiDAR-Sensor. Statt Bilder aufzunehmen, schickt sie Laserpulse nach unten und misst die Laufzeit. Daraus entsteht eine Punktwolke – ein dreidimensionales Abbild der Oberfläche.
Der entscheidende Unterschied zur Kamera: Laserpulse finden Lücken im Blattwerk. Wo Photogrammetrie nur die Baumkronen sieht, erreicht ein Teil der Pulse den Waldboden. Deshalb ist LiDAR die einzige Methode, mit der Sie bewachsenes Gelände aus der Luft aufnehmen können. Die L2 wertet bis zu fünf Rückläufe pro Puls aus – jeder Rücklauf ist eine Ebene, die sie unterscheidet.
Die Punktdichte liegt bei bis zu 240.000 Punkten pro Sekunde im Einzelrücklauf und bis zu 1.200.000 bei Mehrfachrücklauf. Die Erfassungsreichweite beträgt 250 m bei 10 % Remission und 100 klx Umgebungslicht, bei günstigeren Verhältnissen bis 450 m.
Wofür sie sich lohnt: Forstwirtschaft, Geländemodelle unter Bewuchs, Volumenberechnung in Gruben und Halden, Trassenplanung, Bestandsaufnahme von Böschungen und Deichen.
Wofür nicht: Wenn Sie ein hochauflösendes Orthofoto brauchen. Die RGB-Kamera der L2 dient der Einfärbung der Punktwolke, nicht der Detailaufnahme.
Zenmuse P1: Fläche in einem Flug
Die P1 ist eine reine Photogrammetriekamera – Vollformatsensor, 45 Megapixel, mechanischer Verschluss. Kein Wärmebild, kein Laser. Sie macht eine Sache, und die sehr gut: alle 0,7 Sekunden ein sehr scharfes Bild mit exakt bekanntem Aufnahmezeitpunkt.
Der mechanische Verschluss ist dabei kein Detail, sondern der Kern. Ein elektronischer Verschluss liest den Sensor zeilenweise aus; bei einem fliegenden Objekt verzerrt das jedes Bild leicht. Für ein Urlaubsfoto egal, für ein Vermessungsprodukt nicht. Die P1 belichtet mit 1/2000 s global.
TimeSync 2.0 synchronisiert Kamera, Flugregler, RTK-Modul und Gimbal im Mikrosekundenbereich. Daraus entstehen 3 cm horizontale und 5 cm vertikale Genauigkeit – ohne einen einzigen Passpunkt am Boden. Das spart bei jedem Projekt einen halben Tag Feldarbeit.
Wofür sie sich lohnt: Kartierung großer Flächen, Orthofotos, Baufortschritt, Bestandsdokumentation, 3D-Modelle von Gebäuden und Anlagen.
Wofür nicht: Bewachsenes Gelände. Und alles, was mit Temperatur zu tun hat.
Rechnen Sie es für Ihr Projekt durch
Flächenleistung klingt abstrakt, bis man sie auf einen konkreten Auftrag legt. 1 km² sind 100 Hektar. Daraus ergibt sich für Ihre Einsatzplanung:
| Projektfläche | Flüge mit P1 | Flüge mit L2 |
|---|---|---|
| 50 ha (0,5 km²) | 1 | 1 |
| 100 ha (1 km²) | 1 | 1 |
| 300 ha (3 km²) | 1 | 2 |
| 750 ha (7,5 km²) | 3 | 3 |
Rechnen Sie mit den Herstellerwerten von 3 km² pro Flug bei der P1 und 2,5 km² bei der L2 – und legen Sie für die Praxis einen Aufschlag darauf. Wind, Geländeform, höhere Überlappung und Terrain-Follow kosten Fläche.
Der zweite Faktor ist die Akkuzahl. Ein Flug ist ein Akku, und ein Akku ist danach für rund 45 Minuten aus dem Rennen. Wer drei Flüge an einem Vormittag schaffen will, braucht drei geladene Akkus – oder wartet zwischen den Flügen. Mehr dazu in unserem Vergleich von Standard- und Combo-Konfiguration.

Der Denkfehler, der Geld kostet
Viele Anfragen laufen so: „Wir nehmen erst mal die günstigste Nutzlast und schauen dann weiter.“ Das ist verständlich – und in den meisten Fällen teurer als die richtige Entscheidung von Anfang an.
Der Grund: Die Nutzlast bestimmt, welche Aufträge Sie annehmen können. Ein Team mit Wärmebild kann keine Vermessung liefern, egal wie gut es fliegt. Und ein Team mit Photogrammetrie kann nachts nichts ausrichten.
Die ehrlichere Frage lautet deshalb nicht „welche Nutzlast ist die beste“, sondern: Welche Aufträge wollen Sie in den nächsten zwölf Monaten annehmen? Daraus ergibt sich die Nutzlast fast von selbst.
Was das Fluggerät darunter kostet
Alle drei Sensoren sitzen am Gimbal-Anschluss und lassen sich im Feld in unter einer Minute wechseln. Wer zwei Nutzlasten besitzt, fliegt morgens Thermografie und nachmittags Kartierung – mit demselben Fluggerät.
Die DJI Matrice 400 trägt bis zu 6 kg Nutzlast und fliegt bis zu 59 Minuten. Zwei Konfigurationen, mit denen Teams üblicherweise starten:
| Konfiguration | Enthalten | Preis brutto |
|---|---|---|
| Einstieg | Matrice 400 · 1 × TB100 | 10.299,45 € |
| Ganztagesbetrieb | Matrice 400 · 2 × TB100 · BS100 | 13.131,65 € |
| Nutzlast | H30T, L2 oder P1 | auf Anfrage |
Einzelpreise: Das Fluggerät in der Standard-Konfiguration kostet 8.788,15 €, ein TB100 Flugakku 1.511,30 €, die BS100 Ladestation 1.320,90 €. Alle Preise inklusive Mehrwertsteuer, Versand innerhalb Deutschlands kostenfrei.
Nutzlasten der Zenmuse-Serie liefern wir auf Anfrage – der Preis hängt von Ausführung, Adapter und gewünschtem Servicepaket ab. Schreiben Sie uns, welche Kombination Sie im Blick haben, und Sie bekommen ein Angebot mit allen Positionen.
Bei integrierten Kameras – etwa der Matrice 4T – ist die Tür zum Sensorwechsel zu. Das ist kein Nachteil, solange der eingebaute Sensor zur Aufgabe passt; es ist nur eine Festlegung, die Sie beim Kauf treffen und später nicht mehr ändern.
Drei Fragen vor der Entscheidung
Was liefern Sie am Ende ab? Einen Thermografiebericht, ein Geländemodell oder ein Orthofoto? Das Abgabeformat bestimmt den Sensor, nicht umgekehrt.
Ist das Gelände bewachsen? Wenn ja, führt an LiDAR kein Weg vorbei. Wenn nein, ist Photogrammetrie meist die günstigere und detailreichere Lösung.
Arbeiten Sie auch bei Dunkelheit? Dann brauchen Sie Wärmebild, und zwar unabhängig davon, was Sie sonst noch vorhaben.
Häufige Fragen
Kann ich mit der H30T vermessen?
Für grobe Abschätzungen ja, für vermessungstaugliche Ergebnisse nein. Der Laser-Entfernungsmesser misst einzelne Punkte, er erzeugt kein Modell.
Reicht die RGB-Kamera der L2 für Orthofotos?
Für eine Übersicht ja, für ein Abgabeprodukt in Vermessungsqualität nicht. Wer beides braucht, fliegt die Fläche zweimal oder kombiniert L2 und P1.
Brauche ich RTK?
Für P1 und L2 praktisch immer – ohne RTK verlieren beide ihren wichtigsten Vorteil, die Genauigkeit ohne Passpunkte. Für reine Thermografie mit der H30T ist RTK optional.
Wie viele Flüge schaffe ich an einem Tag?
Das begrenzt nicht die Nutzlast, sondern die Zahl geladener Akkus. Mit drei TB100 und einer BS100 arbeiten Teams üblicherweise durch, ohne auf Ladepausen zu warten.
Kann ich später aufrüsten?
Ja, das ist der Sinn wechselbarer Nutzlasten. Viele Kunden starten mit einem Sensor und ergänzen den zweiten, wenn der erste Auftrag ihn verlangt.
Unsicher, welche Kombination passt?
Schreiben Sie uns, welche Aufträge Sie planen – Anlagenart, Fläche, Gelände, Tages- oder Nachteinsatz. Wir stellen die Konfiguration aus Fluggerät, Akkus und Nutzlast zusammen und schicken Ihnen ein Angebot mit allen Positionen.
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Unsicher, welches Gerät zu Ihrem Einsatz passt?
Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, was Sie vorhaben: Einsatzart, wie oft, unter welchen Bedingungen. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung von uns – auch dann, wenn das günstigere Gerät das richtige ist.
