
Wer nach „DJI Dock 3“ sucht, landet schnell bei einer Zahl: 12.700 Euro. Das ist der Preis der Station allein — ohne Drohne, ohne Genehmigung, ohne Anschluss.
Was danach kommt, steht selten daneben. Und das ist der Teil, an dem Beschaffungen scheitern.
Dieser Artikel rechnet den Rest vor: was das Gesamtsystem kostet, was die Station wirklich aushält, welche Anschlüsse sie braucht und warum sie nach der Lieferung erst einmal steht.
Inhalt
- Was das System kostet
- 4D oder 4TD
- Ohne Genehmigung steht sie
- Was die Station tatsächlich aushält
- Strom, Netz, Standort
- Der Radius ist kleiner, als die Funkstrecke vermuten lässt
- Für wen sich das rechnet
Was das System kostet
Drei Konfigurationen, drei Preise:
| Konfiguration | Brutto | Netto |
|---|---|---|
| DJI Dock 3 allein | 12.700 € | 10.672,27 € |
| Dock 3 + Matrice 4D | 18.500 € | 15.546,22 € |
| Dock 3 + Matrice 4TD | 21.000 € | 17.647,06 € |
Die Rechnung dahinter ist übersichtlich. Die Drohne im 4D-Paket schlägt mit 5.800 Euro zu Buche, im 4TD-Paket mit 8.300. Der Unterschied von 2.500 Euro ist der Wärmebildsensor.
Zum Vergleich: dieselbe Matrice 4TD als Einzelgerät mit Fernsteuerung RC Plus 2 und zwölf Monaten DJI Care kostet 8.750 Euro. Im Dock-Paket ist sie also nicht teurer — Sie zahlen die Station obendrauf, nicht die Drohne doppelt.
Was in keinem der drei Preise steckt: Montage, Stromanschluss, Datenanbindung, das Genehmigungsverfahren und die Arbeitszeit dafür.
4D oder 4TD
Beide Drohnen sind baugleich. Gewicht 1.850 g, maximales Abfluggewicht 2.090 g, 54 Minuten Flugzeit, 47 Minuten Schwebeflug, 43 Kilometer Flugdistanz. Gleicher Akku mit 6.768 mAh und 149,9 Wattstunden, gleiche Schutzart IP55.
Der Unterschied sitzt in einer Kamera.
Die 4D hat einen Weitwinkel mit 4/3-Zoll-Sensor und 20 Megapixeln. Großer Sensor, saubere Kanten, geeignet für Kartierung und Bauüberwachung.
Die 4TD hat stattdessen 48 Megapixel auf einem kleineren 1/1,3-Zoll-Sensor — und zusätzlich einen Wärmebildsensor: 640 × 512 Pixel, 12 µm Pixelabstand, 30 Hz, Brennweite 53 mm, Blende f/1,0, Empfindlichkeit unter 50 mK.
Beide tragen denselben Laser-Entfernungsmesser mit 1.800 Metern Reichweite und dieselbe Telekamera mit 1/1,5-Zoll-Sensor.
Wenn Ihre Station nachts arbeiten oder Temperaturen erfassen soll — PV-Anlagen, Umspannwerke, Deponien, Brandwache —, gibt es zur 4TD keine Alternative. Für Baufortschritt und Vermessung reicht die 4D, und Sie sparen 2.500 Euro.
Warum ein größerer Sensor mit weniger Megapixeln für Kartierung besser ist, haben wir im Vergleich von Matrice 4E und 4T ausführlicher aufgeschrieben — dieselbe Logik gilt hier.
Ohne Genehmigung steht sie
Das ist der Punkt, den wir am häufigsten erklären müssen, und er kommt fast immer zu spät im Gespräch.
Eine Dockstation arbeitet autonom. Kein Pilot vor Ort, kein Sichtkontakt zur Drohne. Das ist Betrieb außerhalb der Sichtweite — BVLOS — und damit automatisch die spezielle Kategorie. Steht die Station in einer Kontrollzone, gelten seit dem 6. August 2026 zusätzlich die neuen DFS-Regeln — sie stehen im Ratgeber zur Kontrollzone.
Sie brauchen: Betriebshandbuch, SORA-Risikobewertung, Betriebsgenehmigung Ihrer zuständigen Luftfahrtbehörde. Beim Luftfahrt-Bundesamt liegt die Wartezeit bis zum Beginn der Bearbeitung derzeit bei über sechs Monaten.
Rechnen Sie das ehrlich in den Projektplan ein: im Frühjahr bestellt, im Sommer montiert, im Jahr darauf geflogen. Wer die Station vor dem Antrag kauft, hat sie ein halbes Jahr als Dekoration auf dem Dach.
Der Antrag gehört vor die Bestellung. Das Gerätemuster steht im Antrag — ein späterer Wechsel bedeutet Änderungsantrag und neue Wartezeit.
Wie das Verfahren abläuft und welche Behörde für welches Bundesland zuständig ist, steht in unserem Ratgeber zur Betriebsgenehmigung.
Was die Station tatsächlich aushält
Die Station ist für Dauerbetrieb im Freien gebaut, und die Werte sind ordentlich — mit einer Einschränkung, die man kennen muss.

Schutzart IP56. Staubgeschützt und gegen starkes Strahlwasser. Das ist eine Stufe über der Vorgängerstation und deutlich über dem, was die Drohne selbst mitbringt: die hat IP55. Was die IP-Angabe konkret zusagt und welche Modelle gar keine haben, steht im Beitrag Drohne im Regen fliegen.
Betriebstemperatur −30 bis 50 °C. Für die Station. Die Drohne darin ist für −20 bis 50 °C freigegeben. Bei strengem Frost schützt der Deckel also mehr, als das Fluggerät darunter verträgt.
Landung bei bis zu 12 m/s Wind. Das ist Windstärke 6, ein normaler Herbsttag in Norddeutschland.
Betriebshöhe bis 4.500 Meter. In Deutschland nie ein Thema, in den Alpen schon.
Ladezeit 27 Minuten von 15 auf 95 Prozent bei 25 °C. Bei Frost dauert es länger, weil der Akku sich erst vorheizen muss.
Dazu Sensoren, die den Start verhindern, wenn er nicht sinnvoll ist: Windgeschwindigkeitsmesser, Regensensor, Umgebungstemperatursensor, Wasserimmersionssensor. Innen zusätzlich Temperatur- und Feuchtigkeitssensor.
Kompatibel ist die Station mit Matrice 4TD, 4D, 4T und 4E.
Strom, Netz, Standort
Drei Anschlüsse müssen am Aufstellort vorhanden sein, bevor die Station geliefert wird.
Strom. Eingangsspannung 100–240 V, maximale Aufnahme 800 Watt. Das ist wenig — eine normale Haushaltsleitung reicht. Aber sie muss dauerhaft anliegen, mit Fehlerstromschutz und idealerweise abgesichert gegen Ausfall. Eine Station ohne Strom ist eine Station, deren Drohne draußen ist, wenn der Strom weggeht.
Datenverbindung. Die Station braucht permanente Anbindung — Mobilfunk oder Netzwerkkabel. Prüfen Sie die Empfangsqualität am geplanten Standort, nicht am Firmensitz. Auf Dächern und in Industriearealen ist sie oft schlechter als erwartet.
Aufstellfläche. Die Station wiegt 55 Kilogramm ohne Fluggerät. Geöffnet misst sie 1.760 × 745 × 485 mm, geschlossen 640 × 745 × 770. Über der Station muss freier Luftraum sein, seitlich Abstand zu Aufbauten. Wer auf ein Dach montiert, braucht die Statik dazu und meist die Zustimmung des Eigentümers.
Der Radius ist kleiner, als die Funkstrecke vermuten lässt
Hier verwechseln viele zwei Zahlen, und der Unterschied ist erheblich.
Die Drohne überträgt über DJI O4+ Enterprise: 25 km nach FCC, 12 km nach CE — das ist der Wert für Europa. Diese Zahl beschreibt die Funkverbindung.
Der maximale Einsatzradius der Station beträgt 10 Kilometer. Das ist die Zahl, die Ihre Planung bestimmt.
Und auch die ist theoretisch. Praktisch begrenzen die Flugzeit, der Rückweg zur Station, Sicherheitsreserven und Ihre Genehmigung den tatsächlichen Radius weiter. Eine Station deckt in der Realität deutlich weniger ab als zehn Kilometer im Umkreis.
Planen Sie mit der Fläche, die Sie wirklich abdecken müssen, und rechnen Sie im Zweifel mit zwei Stationen statt einer mit optimistischem Radius.
Für wen sich das rechnet
Eine Dockstation ersetzt keine Drohne mit Pilot. Sie ersetzt die Anfahrt.
Sie lohnt sich dort, wo dieselbe Fläche regelmäßig kontrolliert werden muss und jemand dafür jedes Mal hinfahren würde: Umspannwerke, Solarparks, Deponien, Häfen, Werksgelände, Baustellen über Monate.
Sie lohnt sich nicht für gelegentliche Einsätze an wechselnden Orten. Dafür ist die Matrice 4TD mit Fernsteuerung für 8.750 Euro das passendere Gerät — mobil, ohne Montage, ohne Standortbindung.
Die brauchbare Rechnung geht so: Was kostet heute eine einzelne Kontrollfahrt zu diesem Objekt, mit Arbeitszeit, Fahrzeug und Wartezeiten? Wie oft im Jahr fällt sie an? Wenn diese Summe die Größenordnung der Station erreicht, lohnt das Gespräch über Technik — und dann sollte der Genehmigungsantrag noch vor der Bestellung laufen.
Häufige Fragen
Was kostet DJI Dock 3?
Die Station allein kostet bei uns 12.700 € brutto. Mit Matrice 4D 18.500 €, mit Matrice 4TD 21.000 €.
Brauche ich eine Betriebsgenehmigung?
Ja. Autonomer Betrieb ohne Sichtkontakt ist BVLOS und damit spezielle Kategorie. Ohne Genehmigung darf die Station nicht fliegen.
Wie lange dauert die Genehmigung?
Beim Luftfahrt-Bundesamt liegt die Wartezeit bis zum Bearbeitungsbeginn derzeit bei über sechs Monaten.
Wie groß ist der Einsatzradius?
Maximal 10 Kilometer. Die häufig genannten 12 km sind die Funkreichweite nach CE, nicht der Einsatzradius.
Welcher Unterschied besteht zwischen 4D und 4TD?
Die 4TD hat zusätzlich einen Wärmebildsensor mit 640 × 512 Pixeln. Zelle, Flugzeit und Akku sind identisch.
Wie viel Strom braucht die Station?
Maximal 800 Watt bei 100–240 V. Eine normale Leitung reicht, sie muss aber dauerhaft anliegen.
Was hält die Station aus?
Schutzart IP56, Betriebstemperatur −30 bis 50 °C, Landung bei bis zu 12 m/s Wind. Die Drohne darin ist für −20 bis 50 °C freigegeben.
Wie lange lädt die Drohne?
27 Minuten von 15 auf 95 Prozent bei 25 °C.
Welche Drohnen passen in die Station?
Matrice 4TD, 4D, 4T und 4E.
Vor der Bestellung klären wir den Standort
Bei Dockstationen entscheidet nicht das Modell, sondern der Aufstellort: Fläche, Strom, Netz, Statik, Nachbarschaft und die Frage, was Ihre Genehmigung erlauben wird.
Beschreiben Sie uns das Objekt und was dort kontrolliert werden soll. Wir sagen Ihnen, welche Konfiguration passt, was zusätzlich nötig ist — und wenn eine mobile Drohne die bessere Lösung ist, sagen wir das genauso.
Beratung anfragen · DJI Dock 3 · Dock 3 + Matrice 4TD · Alle DJI Dock Systems
Borys Khomenko · BOKODER UG, Dresden. Fachhändler für Profi-Drohnen und Wärmebildtechnik von DJI, Autel und ThermTec.
Fragen zum Text oder zur Gerätewahl: +49 1525 3038072
Stand: August 2026. Technische Daten nach der offiziellen Spezifikationsseite von DJI Dock 3 (enterprise.dji.com). Genehmigungspflicht nach Durchführungsverordnung (EU) 2019/947. Bearbeitungszeiten nach Angabe des Luftfahrt-Bundesamts. Preise Stand August 2026, Änderungen vorbehalten. Herstellerwerte gelten unter Idealbedingungen und sind Richtwerte.
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