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Drohne mit Wärmebildkamera: welches Modell für welchen Einsatz

Die Entscheidung für eine Wärmebilddrohne ist meistens schon gefallen, wenn der Vergleich beginnt. Offen ist nur noch, welches Modell. Und da hilft das Datenblatt zunächst wenig: Mavic 3T, Matrice 4T und EVO Max 4T nennen alle drei dieselbe Zahl, nämlich 640 × 512.

Der Unterschied liegt woanders. Er liegt im Objektiv, in der Frage, ob das Gerät Temperaturen speichert oder nur anzeigt, und in der Plattform darunter. Je nach Aufgabe kippt die Empfehlung deutlich, und zwar nicht immer in Richtung des teureren Geräts.

Drohne mit Wärmebildkamera im Einsatz über einer Wiese im Morgengrauen

Die kurze Antwort

Aufgabe Empfehlung
Feuerwehr, Rettung, Personensuche DJI Matrice 4T
Photovoltaik, Elektroinspektion DJI Mavic 3T
Flachdach, Fernwärme, Gebäudehülle DJI Mavic 3T oder Matrice 4T
Objektschutz, Einsatz bei Wind und Regen Autel EVO Max 4T oder Matrice 4TD
Kitzrettung, Wildtiersuche DJI Mavic 3T
Dauerüberwachung ohne Personal vor Ort DJI Dock 3 mit Matrice 4TD

Warum das so ist, steht in den Abschnitten darunter. Wer nur eine Zahl mitnehmen will: der IFOV. Er beschreibt, wie viel Fläche ein einzelner Wärmebildpixel auf Entfernung abdeckt, und er unterscheidet die drei Geräte um mehr als fünfzig Prozent, obwohl die Auflösung identisch ist.

Die eine Zahl, die den Unterschied macht

Aus Auflösung und Sichtfeld lässt sich ausrechnen, wie groß ein Pixel am Boden ist. Bei 640 × 512 Pixeln und dem jeweiligen diagonalen Sichtfeld ergibt sich:

Modell Sichtfeld (DFOV) IFOV Pixelgröße auf 100 m
DJI Mavic 3T 61° 1,44 mrad ca. 14 cm
DJI Matrice 4T / 4TD 45° 1,01 mrad ca. 10 cm
Autel EVO Max 4T 42° 0,92 mrad ca. 9 cm

Ein stehender Mensch ist damit auf 100 m Entfernung beim Mavic 3T rund 13 Pixel hoch, beim Matrice 4T rund 18 und beim EVO Max 4T rund 20. Für die reine Detektion reicht jedes der drei. Sobald Sie aber aus der Distanz unterscheiden müssen, ob dort eine Person oder ein Wildtier liegt, macht dieser Abstand den Einsatz aus.

Umgekehrt gilt: Ein enges Sichtfeld sieht weiter, deckt pro Flug aber weniger Fläche ab. Wer 40 Hektar Solarpark abfliegt, gewinnt mit dem breiteren Sichtfeld des Mavic 3T Zeit.

Feuerwehr, Rettungsdienst, Personensuche

Hier zählen drei Dinge: Wie schnell steht das Gerät in der Luft, wie weit sehen Sie, und bekommen Sie Koordinaten des Fundes ohne Umweg.

Die DJI Matrice 4T ist dafür die naheliegende Wahl. Der IFOV von 1,01 mrad gibt Ihnen auf 100 m rund 18 Pixel auf einer Person. Der Laser-Entfernungsmesser reicht bis 1.800 m und liefert die Position eines erkannten Objekts direkt auf das Display, statt dass jemand am Boden aus der Karte schätzt. Die NIR-Zusatzbeleuchtung leuchtet bis 100 m aus und schließt die Lücke zwischen Wärmebild und sichtbarem Bild, wenn Sie das Objekt bestätigen müssen. Dazu 49 Minuten Flugzeit.

Preis: 6.300,00 € brutto / 5.294,12 € netto.

Wer regelmäßig bei Regen, Schnee oder starkem Wind ausrückt, sollte die Matrice 4TD ansehen. Gleiche Optik, robustere Zelle, 54 Minuten Flugzeit. 8.750,00 € brutto / 7.352,94 € netto im Combo mit RC Plus 2 Enterprise.

Photovoltaik und Elektroinspektion

Zwei Bedingungen entscheiden hier, und beide haben nichts mit der Auflösung zu tun.

Erstens muss das Gerät radiometrisch speichern, also zu jedem Bildpunkt einen Temperaturwert. Sonst haben Sie ein Farbbild und keinen Messwert, und ein Prüfbericht lässt sich daraus nicht erstellen. Mavic 3T, Matrice 4T und EVO Max 4T können das alle.

Zweitens ergibt sich die Flughöhe aus dem IFOV. Eine Standardzelle misst rund 156 mm, und als Faustregel wollen Sie drei bis fünf Pixel je Zelle:

Modell Max. Flughöhe für 3 Pixel/Zelle für 5 Pixel/Zelle
DJI Mavic 3T ca. 36 m ca. 22 m
DJI Matrice 4T ca. 51 m ca. 31 m
Autel EVO Max 4T ca. 57 m ca. 34 m
Techniker mit Drohne bei der Wärmebildinspektion einer Photovoltaikanlage auf einem Flachdach

Für Freiflächenanlagen ist der Mavic 3T trotzdem meist die wirtschaftlichere Wahl. Das breitere Sichtfeld deckt pro Bahn mehr Modulreihen ab, 45 Minuten Flugzeit reichen für zusammenhängende Flächen, und der Preis liegt spürbar niedriger. Die geringere Flughöhe kostet Sie weniger Zeit, als die schmalere Bahn beim Matrice 4T.

Preis: 4.970,00 € brutto / 4.176,47 € netto.

Anders sieht es bei Umspannwerken und Freileitungen aus. Dort können Sie nicht näher heran, weil Sicherheitsabstände gelten. Dann brauchen Sie den engeren IFOV der Matrice 4T oder der EVO Max 4T.

Flachdach, Gebäudehülle, Fernwärme

Diese Aufgaben sind technisch die anspruchsvollsten, obwohl sie am unauffälligsten klingen. Eine durchfeuchtete Dämmung hebt sich abends um wenige Zehntelgrad vom trockenen Bereich ab. Nicht der IFOV entscheidet, sondern die Temperaturauflösung des Detektors, angegeben als NETD.

Die Matrice 4T liegt bei ≤ 50 mK bei f/1,0. Wichtig beim Vergleich: NETD ist nur bei gleicher Blende aussagekräftig. Die EVO Max 4T arbeitet mit f/1,2, ihr NETD-Wert lässt sich deshalb nicht direkt gegen einen f/1,0-Wert stellen.

Ebenso wichtig sind die Bedingungen. Trockene Oberfläche, Wind unter etwa 4 m/s, Aufnahme nach Sonnenuntergang, und der Blickwinkel möglichst senkrecht. Wer schräg über eine Dachkante fliegt, misst nicht mehr die Fläche, sondern deren Reflexion.

Für diese Arbeit funktionieren Mavic 3T und Matrice 4T beide. Die Entscheidung fällt eher über die Objektgröße: Reihenhauszeile und Gewerbedach sprechen für den Mavic 3T, weitläufige Industrieareale und Fernwärmetrassen für den Matrice 4T.

Objektschutz und Einsatz bei schlechtem Wetter

Die Autel EVO Max 4T hat mit 0,92 mrad den engsten IFOV der drei Geräte und damit die größte Erkennungsreichweite. Dazu kommt ein Punkt, der in Datenblättern selten auffällt: Die Autonomy Engine kombiniert binokulare Sicht mit Millimeterwellen-Radar und ermöglicht Flüge auch dort, wo GNSS ausfällt, etwa in Hallen, unter Brücken oder zwischen Gebäuden.

Wer für Werkschutz, Perimeterüberwachung oder Einsätze in verbauter Umgebung kauft, findet hier die passende Kombination.

Preis: ab 5.999,00 € brutto / 5.041,18 € netto.

Kitzrettung und Wildtiersuche

Ein saisonales Geschäft mit klaren Anforderungen. Geflogen wird in den frühen Morgenstunden vor der Mahd, in Bahnen über die Fläche, in 60 bis 80 m Höhe. Sie brauchen Flächenleistung, nicht Reichweite.

Der Mavic 3T passt hier am besten. Das breite Sichtfeld deckt pro Bahn mehr Wiese ab, 45 Minuten Flugzeit bringen mehrere Schläge ohne Akkuwechsel, und das Gerät ist leicht genug, dass es eine Person allein aufbaut und trägt. Der Zoom mit 56-fachem Hybridzoom hilft beim Bestätigen eines Fundes, bevor jemand quer über die Wiese läuft.

Für Betriebe, die neben der Kitzrettung auch Wildschadensbewertung oder Bestandserfassung anbieten, lohnt der Blick auf die Matrice 4T, weil deren Reichweite den Anwendungsbereich erweitert.

Dauerüberwachung ohne Personal vor Ort

Wenn dieselbe Fläche regelmäßig geprüft werden muss und niemand jedes Mal hinfahren soll, ändert sich die Rechnung. Das DJI Dock 3 ist eine Basisstation, aus der die Drohne selbständig startet, den geplanten Weg fliegt, zurückkehrt und lädt. Der Bediener sitzt anderswo.

Sinnvoll wird das bei Umspannwerken, Deponien, Baustellenlogistik, Hafenanlagen und Perimeterüberwachung von Industriearealen. Also überall dort, wo die Anfahrt teurer ist als der Flug.

  • DJI Dock 3 + Matrice 4TD mit Wärmebild: 21.000,00 € brutto / 17.647,06 € netto
  • DJI Dock 3 + Matrice 4D ohne Wärmebild: 18.500,00 € brutto / 15.546,22 € netto
  • DJI Dock 3 einzeln: 12.700,00 € brutto / 10.672,27 € netto

Der Betrieb eines Docks fällt regelmäßig in die spezielle Kategorie und braucht eine Betriebsgenehmigung. Kalkulieren Sie die Bearbeitungszeit beim Luftfahrt-Bundesamt mit ein, sie liegt derzeit deutlich über sechs Monaten.

Oberhalb dieser Klasse

Für Aufgaben, bei denen Nutzlast, Reichweite oder Einsatzdauer über das hinausgehen, was kompakte Systeme leisten, führen wir größere Plattformen von Autel und DJI. Diese Geräte verkaufen wir ausschließlich nach Beratung, weil Konfiguration und Zulassung im Einzelfall geklärt werden müssen. Schreiben Sie uns die Aufgabe, und wir stellen ein Angebot zusammen.

Was zusätzlich zum Gerät dazugehört

Drei Punkte, die im Angebot oft fehlen und später Geld kosten.

Auswertesoftware. Radiometrische Aufnahmen brauchen ein Programm, das die Temperaturwerte liest. Klären Sie vor dem Kauf, welches Format das Gerät schreibt und womit Sie es öffnen.

Qualifikation. Für gewerbliche Einsätze in der offenen Kategorie ist in der Regel das EU-Fernpilotenzeugnis A2 nötig. Für Dock-Betrieb, Flüge über Menschenansammlungen oder außerhalb der Sichtweite kommt die spezielle Kategorie mit Betriebsgenehmigung dazu.

Versicherung. Für unbemannte Luftfahrzeuge besteht Versicherungspflicht. Die Police muss den gewerblichen Betrieb einschließen, eine private Haftpflicht genügt nicht.

Häufige Fragen

Welche Drohne mit Wärmebildkamera ist die beste für Photovoltaik?

Für Freiflächenanlagen die DJI Mavic 3T. Sie speichert radiometrisch, deckt durch das breite Sichtfeld mehr Modulreihen pro Bahn ab und kostet weniger als vergleichbare Geräte. Bei drei Pixeln je Zelle fliegen Sie bis rund 36 m Höhe.

Reichen 640 × 512 Pixel für professionelle Inspektionen?

Ja. Alle drei hier verglichenen Geräte arbeiten mit dieser Auflösung, und sie ist in der Praxis nicht der begrenzende Faktor. Entscheidend sind das Sichtfeld, die radiometrische Speicherung und die Bedingungen bei der Aufnahme.

Was ist der Unterschied zwischen Mavic 3T und Matrice 4T?

Der Matrice 4T hat ein engeres Sichtfeld und sieht dadurch auf Entfernung deutlich mehr Detail, dazu einen Laser-Entfernungsmesser bis 1.800 m und NIR-Zusatzbeleuchtung. Der Mavic 3T deckt pro Flug mehr Fläche ab und ist günstiger. Reichweite gegen Flächenleistung.

Brauche ich für eine Wärmebilddrohne eine besondere Genehmigung?

Die Wärmebildkamera selbst ändert nichts an der luftrechtlichen Einstufung. Maßgeblich sind Gewicht, Betriebsart und Einsatzort. Für gewerbliche Flüge in der offenen Kategorie ist meist das Fernpilotenzeugnis A2 nötig, für Dock-Betrieb und Flüge außerhalb der Sichtweite eine Betriebsgenehmigung.

Kann ich mit diesen Geräten rechtsverbindlich Temperaturen messen?

Die Geräte liefern radiometrische Daten. Ob ein Bericht anerkannt wird, hängt von der Qualifikation des Auswertenden, den gesetzten Parametern wie Emissionsgrad und reflektierter Temperatur sowie den Bedingungen bei der Aufnahme ab.

Welches Modell für Kitzrettung?

Der DJI Mavic 3T. Breites Sichtfeld für Flächenleistung, 45 Minuten Flugzeit und geringes Gewicht für den Transport über die Wiese.

Unsicher, welches Gerät zu Ihrer Aufgabe passt? Schreiben Sie uns die Anwendung, die typische Objektgröße und die Entfernung, aus der Sie arbeiten müssen. Daraus lässt sich der nötige IFOV berechnen, und die Auswahl wird meist kleiner, als sie zunächst wirkt. Für größere Stückzahlen und für Behörden erstellen wir individuelle Angebote.

Borys Khomenko ist Geschäftsführer der BOKODER UG und betreut bei EXDED die technische Beratung für gewerbliche Kunden.

Quellen: technische Spezifikationen DJI Matrice 4 Serie und DJI Mavic 3 Enterprise (enterprise.dji.com), Spezifikation EVO Max 4T Thermal Camera (autelrobotics.com), Luftfahrt-Bundesamt zu Betriebsgenehmigungen. IFOV-Werte aus Auflösung und diagonalem Sichtfeld berechnet. Stand: August 2026. Preise verstehen sich als unverbindliche Angabe zum Zeitpunkt der Veröffentlichung.

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Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, was Sie vorhaben: Einsatzart, wie oft, unter welchen Bedingungen. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung von uns – auch dann, wenn das günstigere Gerät das richtige ist.

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