Eine Matrice 4T kostet 6.300 Euro. Diese Zahl steht im Angebot, geht durch die Freigabe und landet in der Investitionsrechnung.
Der Rest kommt später. Die Akkus für einen vollen Arbeitstag. Das Fernpilotenzeugnis. Die Versicherung, ohne die kein Start legal ist. Ersatzpropeller, weil irgendwann einer bricht. Im ersten Jahr sind das rund 15 bis 20 Prozent über dem Kaufpreis — und nichts davon ist optional.

Vier Akkus, nicht zwei
Ein Akku für die Matrice-4-Serie kostet 186 Euro und trägt bis zu 49 Minuten. Planbar sind davon etwa 40: Sie starten nicht bei 100 Prozent, landen nicht bei null, und Wind und Kälte holen sich den Rest.
Eine durchgehende Vier-Stunden-Schicht braucht damit vier Akkus im Umlauf. Mit zweien stehen Sie nach dem zweiten Flug und warten aufs Laden — bei einem bezahlten Termin verkaufen Sie dann Wartezeit statt Flugzeit.
Drei zusätzlich zu dem, was in der Box liegt, sind 558 Euro. Vier sind 744.
Bei der Mavic-3-Enterprise-Reihe kostet der Einzelakku 155 Euro; das Set aus drei Stück mit Ladehub liegt bei 491 Euro und ist damit günstiger als drei einzeln plus separate Ladelösung.
Der Punkt, den die Investitionsrechnung selten erfasst: Akkus sind Verbrauchsmaterial. Sie halten je nach Nutzung ein bis vier Jahre, dann werden sie ersetzt. Das ist kein Ausfall, sondern der normale Lauf — und es gehört in die Kalkulation für Jahr drei, nicht in die Überraschungen.
55 Euro Gebühren, 200 Euro Schulung
Für eine C2-klassifizierte Drohne wie die Matrice 4T brauchen Sie in der offenen Kategorie das EU-Fernpilotenzeugnis A2. Es baut auf dem kleinen Schein auf, also kommen zwei Schritte zusammen.
Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 kostet 25 Euro Gebühr beim Luftfahrt-Bundesamt, die Prüfung läuft online im LBA-Portal. Für das A2-Zeugnis fallen 30 Euro Prüfungsgebühr an, dazu die Schulung bei einer vom LBA benannten Prüfstelle: je nach Anbieter zwischen etwa 100 und 500 Euro. Kombipakete für beide Scheine starten bei rund 199 Euro.
Gültig ist das Zeugnis fünf Jahre, die Verlängerung kostet 15 Euro.
Für einen Piloten landen Sie realistisch bei 250 bis 300 Euro. Die Rechnung ändert sich, sobald mehrere Kollegen fliegen sollen: Eine Feuerwehr mit vier ausgebildeten Piloten kommt allein hier auf gut 1.000 Euro.
Ohne Police kein legaler Start
Die Halterhaftpflicht für Drohnen ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, unabhängig vom Gewicht. Die Prüfstelle verlangt den Nachweis bereits vor der A2-Prüfung — ohne Versicherung kommen Sie nicht einmal zum Schein.
Die private Haftpflicht deckt gewerbliche Nutzung nicht ab. Eigene gewerbliche Policen liegen je nach Einsatzzweck bei etwa 100 bis 400 Euro im Jahr.
Bei der Deckungssumme lohnt genaues Hinsehen. Das gesetzliche Minimum entspricht rund 900.000 Euro; in der Branche gelten 1,5 Millionen als untere sinnvolle Grenze, und von dort auf mehrere Millionen kostet meist nur wenige Euro mehr im Jahr. Bei einem Personenschaden entscheidet diese Zahl darüber, ob die Police trägt oder Sie den Rest selbst zahlen.
Ebenso wichtig ist, was der Tarif ausschließt. Drei Lücken, die häufig auffallen, wenn es zu spät ist: nur namentlich genannte Piloten versichert, kein Schutz bei Flügen außerhalb Deutschlands, keine Deckung für Vermögensschäden — etwa bei Persönlichkeitsrechtsverletzungen während eines Foto- oder Videoflugs.
38 Euro, die einen Auftrag retten
Ein Satz Ersatzpropeller kostet 19 Euro. Zwei Sätze im Koffer sind die billigste Absicherung im ganzen Betrieb — der Unterschied zwischen „Termin verschoben“ und „zehn Minuten Verzögerung“.
Bei Speicherkarten entscheidet nicht der Preis, sondern die Schreibgeschwindigkeit. Eine Karte, die beim Aufzeichnen von 4K-Material aussteigt, kostet den Flug — nicht die zwanzig Euro Differenz zur besseren.
Und wenn das Gerät regelmäßig im Fahrzeug unterwegs ist: ein fester Koffer statt der Originalverpackung.

Das erste Jahr, durchgerechnet
Matrice 4T, ein Pilot, gewerblicher Betrieb in der offenen Kategorie:
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Fluggerät | 6.300 € |
| Drei zusätzliche Akkus | 558 € |
| A1/A3 und A2-Zeugnis | rund 250 € |
| Gewerbliche Haftpflicht, Jahr eins | 100–400 € |
| Zwei Sätze Ersatzpropeller | 38 € |
| Über den Kaufpreis hinaus | rund 950–1.250 € |
Im zweiten Jahr bleibt davon die Versicherung. Dazu kommt der Akkuersatz, sobald die Zyklen aufgebraucht sind.
Zwei Posten fehlen in dieser Aufstellung bewusst, weil sie zu stark vom Einzelfall abhängen. Die Ladeinfrastruktur: Wer parallel laden kann, kommt mit weniger Akkus aus, zahlt dafür vorne mehr. Und die Arbeitszeit für Einarbeitung und Betriebsdokumentation — bei einer Behörde ist das ein eigener Posten, bei einem Zweimannbetrieb verschwindet er im Alltag.
Wenn der Kaufpreis nicht das ganze Gerät ist
Bei manchen Modellen ist der Katalogpreis nicht der Preis des einsatzfähigen Geräts. Drei Fälle aus unserem eigenen Sortiment:
Mavic 3E und 3T. Das RTK-Modul für zentimetergenaue Vermessung ist optional und wird separat ergänzt. Wer die Drohne für Vermessungsaufträge kauft, braucht es zwingend.
Matrice 400. Die Nutzlast wird separat gewählt. Eine 400er ohne Sensor ist ein Träger ohne Aufgabe — LiDAR, Wärmebildkamera oder Scheinwerfer bewegen sich preislich in der Größenordnung des Fluggeräts selbst.
Matrice 4E. Hier ist RTK serienmäßig integriert. Innerhalb derselben Modellfamilie ist die Ausstattung also unterschiedlich — der Preisvergleich allein führt in die Irre.
Was bei welchem Modell zum Lieferumfang gehört, sagen wir vor der Bestellung. Fragen Sie danach — auch bei anderen Händlern, bevor Sie kaufen.
Zwei Stellen zum Sparen, drei zum Bleibenlassen
Sparen lässt sich am Anfang bei der Anzahl der Akkus. Zwei zusätzliche statt vier reichen für einzelne Aufträge; nachkaufen geht jederzeit, und der Preis steigt nicht, während der Akku im Regal liegt. Er altert dort nur.
Sparen lässt sich auch beim Koffer, solange die Drohne im Büro bleibt und nicht täglich im Kofferraum unterwegs ist.
Nicht sparen sollte man bei der Deckungssumme, bei Speicherkarten und bei der Zahl der ausgebildeten Piloten. Der Schein für einen einzigen sieht sparsam aus, bis dieser eine im Urlaub ist und der Auftrag liegen bleibt. Für viele Einsätze brauchen Sie ohnehin eine zweite Person am Platz — hat die dieselbe Qualifikation, sind Sie doppelt einsatzfähig statt einfach.
Häufige Fragen
Wie viele Akkus brauche ich für einen Arbeitstag?
Vier im Umlauf sind für gewerbliche Einsätze das Minimum, sechs bei vollem Kalender. Ein Akku der Matrice-4-Serie kostet 186 Euro und trägt bis zu 49 Minuten, planbar rund 40.
Was kostet der Drohnenführerschein?
Der EU-Kompetenznachweis A1/A3 kostet 25 Euro Gebühr beim LBA. Das darauf aufbauende A2-Zeugnis kostet 30 Euro Prüfungsgebühr plus Schulung bei einer benannten Prüfstelle, je nach Anbieter etwa 100 bis 500 Euro. Kombipakete gibt es ab rund 199 Euro; das Zeugnis gilt fünf Jahre.
Ist eine Drohnenversicherung Pflicht?
Ja, die Halterhaftpflicht ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, unabhängig vom Gewicht. Für gewerbliche Nutzung reicht eine private Haftpflicht nicht; gewerbliche Policen liegen bei etwa 100 bis 400 Euro im Jahr.
Was kommt bei der Matrice 4T zum Kaufpreis dazu?
Im ersten Jahr rund 950 bis 1.250 Euro: drei zusätzliche Akkus, Fernpilotenzeugnis, gewerbliche Haftpflicht und Ersatzpropeller. Das sind etwa 15 bis 20 Prozent über dem Kaufpreis.
Sie planen eine Anschaffung und wollen wissen, was für Ihr Einsatzprofil zusammenkommt? Schreiben Sie uns, was Sie fliegen wollen und wie oft — dann rechnen wir es durch, mit den Posten, die im Angebot sonst fehlen.
Borys Khomenko ist Geschäftsführer der BOKODER UG und betreut bei EXDED die technische Beratung für gewerbliche Kunden.
Quellen: Preise aus dem EXDED-Katalog, Stand August 2026, brutto. Gebühren für EU-Kompetenznachweis und EU-Fernpilotenzeugnis nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamts und zertifizierter Prüfstellen; Schulungspreise variieren je Anbieter. Versicherungsbeiträge nach Marktübersichten für gewerbliche Drohnenpolicen, Stand 2026. Angaben ohne Gewähr — maßgeblich sind die Konditionen des jeweiligen Anbieters.
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