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Matrice 4E oder 4T: Warum die 20-MP-Kamera mehr leistet als die mit 48

Enterprise-Drohne der Matrice-4-Serie auf einem Transportkoffer vor einer Baustelle

Zwei Modelle, dieselbe Zelle, 1.219 Gramm, 49 Minuten Flugzeit, dasselbe RTK-Modul, derselbe Laser-Entfernungsmesser mit 1.800 Metern Reichweite. Preislich trennen sie rund 1.800 Euro.

Ein Unterschied springt im Datenblatt sofort ins Auge: Die Matrice 4T hat eine Weitwinkelkamera mit 48 Megapixeln, die Matrice 4E nur 20.

Wer danach entscheidet, kauft das falsche Gerät.

Der Sensor entscheidet, nicht die Pixelzahl

Die 20 Megapixel der 4E sitzen auf einem 4/3-Zoll-Sensor. Die 48 Megapixel der 4T auf einem 1/1,3-Zoll-Sensor.

Der 4/3-Zoll-Chip hat mehr als die dreifache Fläche. Darauf verteilen sich weniger, dafür deutlich größere Pixel. Jeder einzelne fängt mehr Licht ein, rauscht weniger und liefert sauberere Kanten.

Für Fotogrammetrie ist das der entscheidende Punkt. Die Software sucht in überlappenden Bildern nach identischen Stellen. Verrauschte Pixel und weiche Kanten kosten Verknüpfungspunkte, und fehlende Verknüpfungspunkte kosten Genauigkeit im fertigen Modell. Eine hohe Pixelzahl auf kleinem Sensor bringt Auflösung, aber nicht mehr Information.

Drei Dinge, die nur die 4E hat

Mechanischer Verschluss bis 1/2000 s. Die 4T hat ausschließlich einen elektronischen. Der liest den Sensor zeilenweise aus, und wenn sich die Drohne während der Auslesung bewegt, verzieht sich das Bild. Bei einem Kartierungsflug mit konstanter Fahrt heißt das: verzogene Geometrie in jedem Bild.

RAW-Format. Die 4E speichert die Weitwinkelaufnahmen als DNG, die 4T ausschließlich als JPEG. Wer Aufnahmen nachträglich angleicht oder mit Fremdsoftware auswertet, arbeitet mit RAW auf einer anderen Datengrundlage.

Regelbare Blende von f/2,8 bis f/11 gegenüber fester f/1,7. Über einen Vormittag wandert das Licht, und mit fester Blende bleibt nur die Belichtungszeit zur Korrektur — ausgerechnet der Wert, den man beim Kartieren kurz halten will.

Dazu ein Detail mit Wirkung: Der kürzeste Auslöseabstand liegt bei der 4E bei 0,5 Sekunden, bei der 4T bei 0,7. Über hunderte Auslösungen summiert sich das zu Flugzeit.

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Was die 4T dafür kann

Die Rechnung dreht sich, sobald es dunkel wird oder Temperaturen eine Rolle spielen.

Einsatzkraft bedient nachts eine Drohnenfernsteuerung mit Wärmebildansicht

Die 4T trägt einen Wärmebildsensor, den die 4E schlicht nicht hat: ungekühltes Vanadiumoxid, 640 × 512 Pixel, 12 µm Pixelabstand, 30 Hz. Empfindlichkeit unter 50 mK, Messbereich -20 bis 150 °C im hohen und 0 bis 550 °C im niedrigen Verstärkungsmodus, Genauigkeit ±2 °C. Dazu eine NIR-Hilfsbeleuchtung, die der 4E fehlt.

Und etwas, das kaum jemand erwähnt: Der Gimbal der 4T schwenkt 70 Grad nach oben, der der 4E nur 35.

Das klingt nach einer Randnotiz, entscheidet aber darüber, ob Sie eine Brückenunterseite dokumentieren können oder nicht. Alles, was von unten betrachtet werden muss — Traversen, Dachüberstände, Leitungsträger, Hallendecken — braucht diese 70 Grad.

Die lichtstarke f/1,7-Blende und die höhere Nacht-ISO sind ebenfalls kein Zufall. Das Gerät ist für schlechtes Licht gebaut, nicht für Vermessung bei Sonnenschein.

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Beide fliegen ohne Betriebsgenehmigung

Hier trennt sich die Matrice-4-Serie grundsätzlich von Agrar- und Lastendrohnen, und beim Vergleich wird das regelmäßig übersehen.

Mit 1.219 Gramm liegen beide Modelle weit unter der 25-Kilo-Grenze. Beide tragen das Klassenkennzeichen C2. Mit einem EU-Fernpilotenzeugnis A2 fliegen Sie damit in der Unterkategorie A2 der offenen Kategorie — näher an unbeteiligten Personen, im bebauten Umfeld, ohne Genehmigungsverfahren.

Zum Vergleich: Bei einer Agras oder einer FlyCart beginnt der Betrieb in der speziellen Kategorie, mit Betriebshandbuch, SORA-Risikobewertung und über sechs Monaten Wartezeit beim Luftfahrt-Bundesamt. Wie das abläuft, steht in unserem Ratgeber zur Betriebsgenehmigung. Dasselbe gilt für Dockstationen, die ohne Piloten vor Ort arbeiten: was das beim DJI Dock 3 praktisch bedeutet, haben wir separat aufgeschrieben.

Bei der Matrice 4 entfällt das komplett. A2-Zeugnis, Registrierung beim LBA, Haftpflichtversicherung — fertig. Zwischen Bestellung und erstem Auftrag steht kein Behördenverfahren.

Was der Arbeitstag braucht

49 Minuten Flugzeit klingen nach viel. Für einen Testflug sind sie es auch.

Ein Kartierungsflug über eine mittlere Baustelle liegt eher bei 20 bis 30 Minuten reiner Flugzeit, dazu Anfahrt, Aufbau, Kontrolle der Bilder vor Ort. Wer an einem Tag zwei oder drei Objekte abarbeitet, kommt mit einem Akku nicht durch — und ein Akku lädt nicht in fünf Minuten.

Rechnen Sie mit drei bis vier Akkus im Wechsel. Der passende ist der BPX345 für die Matrice 4 Serie, 186,00 € brutto, kompatibel mit 4E, 4T und 4 Thermal.

Zwei Zahlen dazu aus dem Datenblatt, die selten jemand nennt. Der Akku ist auf 200 Ladezyklen ausgelegt — bei zwei Flügen täglich ist ein Satz nach gut drei Monaten am Ende dieser Auslegung. Und er hat 99,5 Wattstunden, bleibt damit knapp unter der 100-Wh-Grenze der meisten Fluggesellschaften. Wer zu Einsätzen fliegt, wird das zu schätzen wissen.

Wo beide an ihre Grenzen stoßen

Drei Punkte, die vor der Beschaffung wichtiger sind als die Kameraauflösung.

Unter -10 °C ist Schluss. Der Betriebsbereich reicht von -10 bis 40 °C. Das ist eng. Eine Dachinspektion im Januar bei Frost liegt außerhalb der Herstellerfreigabe, und in Mittelgebirgslagen fällt das Thermometer regelmäßig tiefer. Wer Winterarbeit fest einplant, sollte das vorher wissen — nicht am Morgen des Auftrags.

Es gibt keine IP-Schutzart. Für den Gimbal steht ausdrücklich „No Standard Protection Level“ im Datenblatt, für die Zelle ist gar keine angegeben. Die Matrice 4 ist kein Schlechtwettergerät.

Die Zuladung beträgt 200 Gramm. Der AL1-Scheinwerfer wiegt 99 Gramm, der AS1-Lautsprecher 92,5. Zusammen 191,5 — beides gleichzeitig geht, ein Drittes nicht.

Und die Reichweite, die in Deutschland gilt

25 Kilometer stehen in vielen Datenblättern. Das ist der FCC-Wert für die USA.

In Europa gelten 12 km (CE), und in der Praxis liegt es darunter: DJI selbst nennt für Innenstädte 1,5 bis 5 km und für Vorstadtgebiete 5 bis 15 km. Für längere Strecken gibt es den Mobilfunk-Dongle — bei Flügen außerhalb der Sichtweite wären Sie allerdings wieder in der speziellen Kategorie.

Kurz gesagt

Matrice 4E, wenn am Ende Modelle, Punktwolken oder Orthofotos stehen. Vermessung, Baufortschritt, Kubatur, Tagebau, BIM. Großer Sensor, mechanischer Verschluss und RAW sind für diese Arbeit nicht optional, sondern die Grundlage — ohne sie liefert die Auswertung schlechtere Ergebnisse, egal wie sauber geflogen wurde.

Matrice 4T, wenn am Ende Erkenntnisse stehen: Personensuche, Brandstellen, PV- und Anlageninspektion, Nachteinsätze.

Und wenn Sie beides brauchen? Dann lautet die Frage nicht „welche von beiden“, sondern ob zwei Geräte günstiger sind als ein Kompromiss, der keine der Aufgaben richtig erledigt. In diesem Preisrahmen geht diese Rechnung öfter auf, als man denkt.

Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Matrice 4E und 4T?

Die Weitwinkelkamera. Die 4E hat 20 MP auf einem 4/3-Zoll-Sensor mit mechanischem Verschluss und RAW, die 4T 48 MP auf einem kleineren 1/1,3-Zoll-Sensor plus Wärmebildsensor. Zelle, Flugzeit und RTK sind identisch.

Was kosten die beiden Modelle?

Die Matrice 4E kostet bei uns 4.523,00 € brutto (3.800,84 € netto), die Matrice 4T 6.300,00 € brutto (5.294,12 € netto). Beide versandkostenfrei.

Welche eignet sich besser für Vermessung?

Die 4E. Großer Sensor, mechanischer Verschluss und DNG sind für Fotogrammetrie ausschlaggebend.

Hat die Matrice 4E eine Wärmebildkamera?

Nein. Wärmebild und NIR-Beleuchtung gibt es nur bei der 4T.

Brauche ich eine Betriebsgenehmigung?

Nein. Beide tragen das Klassenkennzeichen C2 und wiegen 1.219 Gramm. Mit einem EU-Fernpilotenzeugnis A2 fliegen Sie in der offenen Kategorie, Unterkategorie A2.

Wie viele Akkus brauche ich?

Für einen vollen Arbeitstag rechnen Sie mit drei bis vier im Wechsel. Ein Akku deckt 49 Minuten ab.

Wie kalt darf es sein?

Der freigegebene Betriebsbereich reicht von -10 bis 40 °C.

Sind die Drohnen regenfest?

Nein. Für den Gimbal weist DJI ausdrücklich keine Schutzart aus, für die Zelle ist keine angegeben.

Wie weit reicht die Übertragung in Deutschland?

12 Kilometer nach CE. Die häufig genannten 25 Kilometer sind der FCC-Wert für die USA.


Sagen Sie uns, was hinten rauskommen soll

Bei diesen beiden Modellen führt der Vergleich der Datenblätter zuverlässig in die Irre. Die brauchbare Frage ist nicht, welche Kamera mehr Megapixel hat, sondern was am Ende Ihres Arbeitstages entstehen muss — ein Geländemodell oder eine Einsatzentscheidung.

Beschreiben Sie uns die Aufgabe. Wir stellen die Konfiguration zusammen, inklusive der Akkus, die dazugehören, und sagen Ihnen, wenn ein anderes Gerät besser passt.

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Wenn die Entscheidung auf die Wärmebildvariante fällt, lohnt der Vergleich über die Matrice-Serie hinaus: In Drohne mit Wärmebildkamera: welches Modell für welchen Einsatz stehen Matrice 4T, Mavic 3T und Autel EVO Max 4T mit Sichtfeldern, Flughöhen und Preisen nebeneinander.

Borys Khomenko · BOKODER UG, Dresden. Fachhändler für Profi-Drohnen und Wärmebildtechnik von DJI, Autel und ThermTec.
Fragen zum Text oder zur Gerätewahl: +49 1525 3038072


Stand: August 2026. Technische Daten nach der offiziellen Spezifikationsseite der DJI Matrice 4 Serie (enterprise.dji.com). Klassenkennzeichnung C2 nach Delegierter Verordnung (EU) 2019/945. Preise Stand August 2026, Änderungen vorbehalten. Herstellerwerte gelten unter Idealbedingungen und sind Richtwerte.

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