Auf dem Preisschild sind es rund 1.700 Euro. Matrice 4T: 6.300. Matrice 400: knapp 8.000. Ein Aufpreis von gut einem Viertel für die deutlich größere Maschine — das klingt nach einer Rechnung, die man schnell macht.
Machen Sie sie nicht schnell. Die beiden Fluggeräte stehen zwar im selben Katalog nebeneinander, gehören aber nicht in dieselbe Entscheidung. Zwischen ihnen liegt keine Ausstattungsstufe, sondern eine Rechtsgrenze.

Die Zahl, die zählt, steht nicht im Datenblatt-Highlight
Die Matrice 4T wiegt startbereit maximal 1.999 Gramm. Diese Zahl ist kein Zufall — sie liegt knapp unter der Vier-Kilo-Marke der Klasse C2 und damit im Rahmen der offenen Kategorie. Mit dem Klassenzeichen und dem EU-Fernpilotenzeugnis A2 fliegen Sie in der Unterkategorie A2: 30 Meter Abstand zu unbeteiligten Personen, im Langsamflug 5 Meter.
Die Matrice 400 hat eine maximale Startmasse von 15,8 Kilogramm. Ohne Akkus wiegt sie 5.020 Gramm, mit Akku 9.740.
Damit ist sie aus der offenen Kategorie heraus. Kein Klassenzeichen der C-Reihe deckt diese Masse in der A2 ab, und A3 mit 150 Metern Abstand zu jeder Bebauung ist für die meisten Aufträge, für die man eine solche Maschine kauft, unbrauchbar.
Was übrig bleibt, ist die spezielle Kategorie: Betriebsgenehmigung, Risikobewertung, dazu der entsprechend qualifizierte Fernpilot. Das ist machbar und für viele Betreiber ohnehin der Normalfall. Aber es ist ein Projekt von Wochen bis Monaten, nicht von Tagen — und es kostet Geld, das im Angebot für das Fluggerät nicht auftaucht.
Der ehrliche Preisvergleich lautet also nicht 6.300 gegen knapp 8.000. Er lautet: ein Gerät, mit dem Sie nach bestandener A2-Prüfung starten, gegen ein Gerät, das erst mit einem Genehmigungsverfahren im Rücken abhebt.

Wofür der Aufwand sich lohnt
Wer diesen Weg geht, tut es nicht wegen der zehn Minuten mehr Flugzeit. Er tut es wegen der Nutzlast.
Die Matrice 400 trägt bis zu 6 Kilogramm und nimmt mehrere Sensoren gleichzeitig auf. Damit fliegen Sie eine Mission, für die Sie sonst zwei bräuchten: LiDAR und Wärmebild an einem Gerät, Kamera und Scheinwerfer im selben Einsatz. Bei 3 Kilogramm Zuladung bleiben noch 44 Minuten, bei voller Last 31 — auch das noch mehr, als die meisten kompakten Plattformen ohne Nutzlast schaffen.
Dazu kommen zwei Dinge, die im Inspektionsalltag den Unterschied machen. Das rotierende LiDAR erkennt Leitungen bis hinunter zu zwölf Millimetern Durchmesser, auch in Dämmerung und Nebel — bei Freileitungsbefliegungen ist das keine Bequemlichkeit, sondern die Voraussetzung. Und die Übertragung reicht in der CE-Ausführung bis 20 Kilometer, gegenüber 8 Kilometern bei der 350er-Generation.
Die Matrice 4T macht davon nichts. Sie hat ihre vier Sensoren fest verbaut, trägt keine Wechselnutzlast, und das ist keine Schwäche — sie ist für einen anderen Auftrag gebaut.
Wofür die 4T die richtige Wahl bleibt
Für den überwiegenden Teil dessen, was gewerblich geflogen wird, ist die kleine Maschine die vernünftigere.
Dachinspektion, Bauüberwachung, Photovoltaik-Kontrolle, Verkehrsunfallaufnahme, Personensuche im Nahbereich: Dafür brauchen Sie Weitwinkel, Zoom, Wärmebild und einen Laser-Entfernungsmesser. Genau das hat die 4T, in einem Gerät, das eine Person trägt und das in der offenen Kategorie fliegt.
Der praktische Vorteil wird unterschätzt. Ein Team, das ohne Genehmigungsverfahren losfahren kann, nimmt Aufträge an, die sich sonst nicht rechnen. Der Feuerwehreinsatz um drei Uhr nachts fragt nicht, ob die Betriebsgenehmigung für dieses Gebiet vorliegt.
Und es gibt einen Zwischenschritt: Wenn die Reichweite der 4T fehlt, aber das Genehmigungsverfahren nicht ansteht, ist die Dock-Lösung oft der bessere Hebel als die größere Drohne. Eine Station mit Matrice 4TD fliegt Routen automatisch, ohne dass jemand hinfahren muss — das löst ein anderes Problem als 6 Kilogramm Nutzlast, aber häufig das dringendere.
Was nach dem Kauf kommt
Bei der 400er hört die Rechnung mit dem Fluggerät nicht auf, und zwar deutlicher als bei der 4T.
Der TB100-Akku hat 20.254 mAh und 977 Wattstunden. Zum Vergleich: Der Akku der Matrice 4T liegt bei 99,5 Wattstunden — knapp ein Zehntel davon. Das ist ein anderer Preispunkt pro Stück, und Sie brauchen für einen Arbeitstag mehrere davon plus die passende Ladestation.
Dazu die Nutzlasten. Eine Matrice 400 ohne Sensoren ist ein Träger ohne Aufgabe — LiDAR, Wärmebildkamera oder Scheinwerfer kommen separat und liegen preislich in der Größenordnung des Fluggeräts selbst. Wer knapp 8.000 Euro einplant und danach feststellt, dass die Mission noch einen Laserscanner braucht, hat sich verrechnet.
Bei der 4T ist alles verbaut. Sie kaufen das Gerät, ein paar Wechselakkus, und der Einsatz kann beginnen.
Die Rechnung, die niemand aufmacht
Stellen wir beide Wege nebeneinander — nicht die Gerätepreise, sondern das, was anfällt, bis Sie fliegen dürfen.
Matrice 4T. Das Fluggerät kostet 6.300 Euro. Der passende Akku — 6.741 mAh, 14,76 V, 99,5 Wattstunden — liegt bei 186 Euro und trägt bis zu 49 Minuten. Wie viele Sie zusätzlich brauchen, hängt vom Einsatzprofil ab; für einen durchgehenden Arbeitstag rechnen Sie mit vier im Umlauf. Der Fernpilot braucht das EU-Fernpilotenzeugnis A2: Online-Schulung, Prüfung, ein überschaubarer Betrag und ein Termin. Danach starten Sie.
Matrice 400. Das Fluggerät kostet knapp 8.000 Euro. Der TB100-Akku liegt mit 977 Wattstunden fast beim Zehnfachen des 4T-Akkus — entsprechend anders fällt der Stückpreis aus, dazu kommt die passende Ladestation. Und dann die Nutzlast: Eine Matrice 400 ohne Sensor ist ein Träger ohne Aufgabe. LiDAR, Wärmebildkamera oder Scheinwerfer kommen separat und bewegen sich preislich in der Größenordnung des Fluggeräts selbst.
Der Posten, der am häufigsten vergessen wird, ist der letzte: das Genehmigungsverfahren. Risikobewertung, Betriebshandbuch, Antrag bei der Behörde, dazu die Qualifikation des Fernpiloten für die spezielle Kategorie. Ob Sie das intern stemmen oder einkaufen — es kostet in beiden Fällen, Geld oder Arbeitszeit, meist beides. Und es kostet Kalenderzeit: Vor Abschluss des Verfahrens fliegt die Maschine nicht.
Wir nennen bewusst keine Gesamtsumme für die 400er. Sie hängt daran, welche Nutzlast Sie brauchen, wie viele Akkus Ihr Einsatzprofil verlangt und wie Ihr Genehmigungsweg aussieht — jede Zahl, die wir hier hinschrieben, wäre für Ihren Fall falsch. Was sich sagen lässt: Der Abstand zwischen den beiden Wegen ist ein Vielfaches der rund 1.700 Euro vom Preisschild.
Schreiben Sie uns Ihr Einsatzprofil, dann rechnen wir es für beide Varianten durch — mit den Posten, die tatsächlich anfallen.
Ein Detail, das erst am Flughafen auffällt
Lithium-Akkus sind Gefahrgut und gehören im Flugzeug ins Handgepäck, nie in den aufgegebenen Koffer. Ab bestimmten Wattstundenwerten verlangen Airlines eine Genehmigung, oberhalb einer weiteren Grenze ist die Mitnahme im Passagierflug ausgeschlossen.
Der Akku der Matrice 4T liegt mit 99,5 Wattstunden im unkritischen Bereich. Beim TB100 der 400er mit 977 Wattstunden stellt sich die Frage gar nicht erst — der reist nicht im Passagierflug mit.
Für Betreiber, die zu Einsatzorten fliegen statt zu fahren, ist das kein Nebenaspekt, sondern ein Ausschlusskriterium. Die Wattstundenzahl steht auf jedem Akku aufgedruckt.
Wie die Entscheidung tatsächlich fällt
Nach unserer Erfahrung hängt sie an drei Fragen, und keine davon ist technisch.
Haben Sie eine Betriebsgenehmigung — oder sind Sie bereit, das Verfahren zu durchlaufen? Wenn nein, ist die Entscheidung bereits gefallen, unabhängig von allem anderen.
Brauchen Sie Wechselnutzlast? Wenn Ihre Aufträge mit Weitwinkel, Zoom und Wärmebild abgedeckt sind, zahlen Sie bei der 400er für eine Fähigkeit, die Sie nicht abrufen.
Wie oft fliegen Sie tatsächlich Strecken über acht Kilometer? Die 20 Kilometer Übertragungsreichweite sind beeindruckend und in der Praxis selten der begrenzende Faktor — die Sichtverbindung und die Genehmigungslage sind es meistens vorher.
Dreimal Ja, und die Matrice 400 ist die richtige Maschine. Einmal Nein, und Sie kaufen Kapazität, die im Regal steht.
Häufige Fragen
Darf ich die Matrice 400 in der offenen Kategorie fliegen?
Nein. Mit einer maximalen Startmasse von 15,8 Kilogramm liegt sie außerhalb dessen, was die C-Klassen der offenen Kategorie abdecken. Der Betrieb erfolgt in der speziellen Kategorie mit entsprechender Betriebsgenehmigung.
Was kann die Matrice 400, was die 4T nicht kann?
Wechselnutzlasten bis 6 Kilogramm, mehrere Sensoren gleichzeitig, rotierendes LiDAR mit Leitungserkennung ab 12 Millimetern Durchmesser und bis zu 20 Kilometer Übertragungsreichweite in der CE-Ausführung. Die 4T hat ihre vier Sensoren fest verbaut.
Wie lange fliegt die Matrice 400 mit Nutzlast?
Ohne Nutzlast bis zu 59 Minuten, bei 3 Kilogramm noch 44 Minuten, bei voller Last von 6 Kilogramm 31 Minuten. Die Werte stammen aus den Herstellerangaben und gelten für günstige Bedingungen ohne Wind.
Reicht die Matrice 4T für professionelle Inspektionen?
Für Dach- und Bauinspektion, Photovoltaik-Kontrolle, Sicherheitseinsätze und Personensuche im Nahbereich ist sie die passende Wahl. Sie stößt dort an Grenzen, wo Wechselnutzlast oder LiDAR gebraucht wird.
Welcher Akku gehört zur Matrice 4T?
Der Akku mit 6.741 mAh, 14,76 V und 99,5 Wattstunden, ausgelegt für bis zu 49 Minuten Flugzeit. Er passt für Matrice 4E, 4T und 4 Thermal. Der stärkere Akku mit 149,9 Wattstunden gehört zu den Dock-Versionen 4D und 4TD und ist mit der 4T nicht kompatibel.
Lohnt sich der Umstieg von der Matrice 350 RTK?
Das ist eine andere Frage als diese hier — beide Geräte liegen in der speziellen Kategorie, die Genehmigungsseite ändert sich also nicht. Entscheidend sind Nutzlast, Reichweite und ob Sie den Wechsel des Akku- und Ladesystems mitgehen wollen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen.
Sie sind unsicher, in welche Kategorie Ihr Einsatzprofil fällt? Schreiben Sie uns, was Sie fliegen wollen und wo — dann sehen wir gemeinsam nach, welche der beiden Maschinen dazu passt und was an Genehmigungen daran hängt.
Borys Khomenko ist Geschäftsführer der BOKODER UG und betreut bei EXDED die technische Beratung für gewerbliche Kunden.
Quellen: technische Daten DJI Matrice 400 (Startmasse, Flugzeit nach Zuladung, Nutzlast, Übertragung, LiDAR-Erkennung) und Matrice-4-Serie; Akkudaten aus den Herstellerangaben; Verordnung (EU) 2019/947 zu offener und spezieller Kategorie. Preise Stand August 2026, brutto. Angaben ohne Gewähr — maßgeblich sind die Herstellerangaben und die Auskunft der zuständigen Luftfahrtbehörde.
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