Die Frage kommt bei fast jeder Beratung: „Warum gibt es die Matrice 400 zweimal, und warum ist der Unterschied so teuer?“ Die kurze Antwort lautet — es geht um Strom. Die lange Antwort ist der Rest dieses Artikels.
Die Standard-Konfiguration fliegt nicht
Das klingt hart, ist aber wörtlich gemeint. Im Karton der Standard-Konfiguration liegt alles: das Fluggerät mit integriertem RTK, die RC Plus 2 Enterprise Enhanced, das sub2G-SDR-Modul, Propeller, Dämpfer, Werkzeug, Transportkoffer, der WB37 für die Fernsteuerung — und zwölf Monate DJI Care Enterprise Plus.
Nur kein Flugakku.
Das ist kein Versehen und keine Sparmaßnahme von DJI, sondern bei Enterprise-Plattformen üblich. Wer drei Matrice 400 für ein Vermessungsteam anschafft, braucht keine drei Akkus, sondern acht oder zehn — und will die Stückzahl selbst bestimmen, statt mit jedem Fluggerät einen mitgeliefert zu bekommen.
Für den Erstkäufer bedeutet es trotzdem: ohne mindestens einen TB100 Intelligent Flight Battery steht die Drohne im Regal.
Was das Combo zusätzlich enthält
Das Combo der DJI Matrice 400 ist dieselbe Standard-Konfiguration plus zwei Positionen: einen TB100 Flugakku und die BS100 Intelligente Ladestation. Damit ist die Plattform ab Lieferung einsatzbereit — auspacken, Akku einsetzen, fliegen.
Das ist der eigentliche Punkt: eine Bestellung, eine Lieferung, ein Ansprechpartner. Der Akku kommt aus demselben Haus wie das Fluggerät, die Ladestation passt, und Sie müssen nicht drei Wochen später feststellen, dass der passende TB100 gerade nirgends lieferbar ist — als Gefahrgut ist er nicht über Nacht nachbestellt.
Die Standard-Konfiguration ist die richtige Wahl, wenn Sie bereits TB100-Akkus im Bestand haben oder die Stückzahl bewusst selbst zusammenstellen wollen.
Ein Akku reicht für genau einen Flug
59 Minuten Flugzeit klingen nach viel. In der Praxis sind es weniger, und zwar aus drei Gründen: die Nutzlast zieht mit, Wind kostet Reserve, und niemand fliegt einen Akku auf null.
Realistisch planen Sie mit 40 bis 45 Minuten pro Akku im Einsatz. Danach folgt die Ladepause — und hier trennt sich der Alltag mit einem Akku vom Alltag mit dreien.
Ein Rechenbeispiel aus der Windkraft-Inspektion: drei Anlagen an einem Vormittag, pro Anlage etwa 35 Minuten in der Luft plus Anfahrt. Mit einem einzigen TB100 sind Sie nach der ersten Anlage für 45 Minuten beschäftigt — mit Warten. Mit zwei Akkus fliegen Sie durch und laden den ersten, während der zweite arbeitet. Mit drei haben Sie Puffer für den Fall, dass eine Anlage länger dauert als geplant.
Die Faustregel aus der Praxis: zwei Akkus sind das Minimum für einen Arbeitstag, drei sind komfortabel.

Sie wissen noch nicht, wie viele Akkus Ihr Einsatzprofil verlangt? Schildern Sie uns kurz Ihre typischen Einsätze — wir rechnen es durch und schicken Ihnen ein Angebot mit der passenden Stückzahl.
Wann sich die BS100 lohnt — und wann nicht
Die Ladestation nimmt drei TB100 und zwei WB37 gleichzeitig auf und lädt einen Flugakku bei 220 V in rund 45 Minuten. Mit einem einzelnen Akku brauchen Sie sie nicht. Ab zwei wird sie sinnvoll, ab drei ist sie praktisch unverzichtbar — sonst hantieren Sie mit einzelnen Ladegeräten und Mehrfachsteckdosen im Kofferraum.
Zwei Details, die im Datenblatt untergehen, im Einsatz aber zählen:
Der Silent-Modus. Die Station lädt wahlweise schnell oder leise. Leise heißt rund 36 dB — das ist Flüsterlautstärke. Wer nachts in Wohngebieten arbeitet, für Feuerwehr oder Polizei fliegt oder die Station im Einsatzfahrzeug betreibt, wird das zu schätzen wissen. Der Preis dafür: aus 45 Minuten werden rund 110.
Der Flugbereitschaftsmodus. Er lädt bewusst nur auf 90 Prozent statt auf 100. Das klingt nach Nachteil, verlängert aber die Lebensdauer der Zellen spürbar. Bei 400 Ladezyklen pro Akku und einem Anschaffungspreis im vierstelligen Bereich ist das keine Kleinigkeit. Für den Flug mit maximaler Reichweite schalten Sie auf den Standardmodus um.

Akkuwechsel ohne Neustart
Eine Funktion, die auf dem Papier unscheinbar wirkt und im Feld den Unterschied macht: Der TB100 lässt sich im laufenden Betrieb tauschen. Integrierte Kondensatoren halten die Matrice 400 nach dem Entnehmen bis zu 45 Sekunden mit Strom versorgt.
Praktisch heißt das: Die Satellitenverbindung bleibt bestehen, die RTK-Initialisierung entfällt, die Mission läuft weiter. Wer schon einmal bei Wind auf einem Feld gestanden und nach jedem Akkuwechsel zwei Minuten auf die Satellitenfixierung gewartet hat, weiß, was das über einen ganzen Tag ausmacht.
Kälte, Gefahrgut, Lebensdauer
Der TB100 heizt sich selbst — im Fluggerät, im Akku und in der Ladestation. Unterhalb von 5 °C schaltet die Heizung automatisch zu, der Einsatz ist bis −20 °C möglich. Für Inspektionen im Winter ist das keine Komfortfunktion, sondern Voraussetzung.
Zur Logistik gehört auch: Mit 977 Wh ist der TB100 Gefahrgut. Er reist nicht als normales Paket, und das betrifft Lieferzeiten wie Rücksendungen. Planen Sie den Akkubedarf lieber einmal zu großzügig, als drei Wochen vor dem Projektstart nachzubestellen.
Zur Lebensdauer: 400 Ladezyklen sind angegeben. Wer täglich einen Akku dreimal lädt, kommt rechnerisch auf gut drei Jahre — vorausgesetzt, man behandelt ihn vernünftig. Der Flugbereitschaftsmodus der BS100 zahlt genau darauf ein.
Welche Konfiguration passt zu welchem Einsatz
Einzelne Inspektionen, ein bis zwei Flüge pro Termin: Standard plus zwei TB100. Die Ladestation können Sie später nachrüsten, wenn das Einsatzvolumen steigt.
Ganztägige Vermessung oder Kartierung: Combo, ergänzt um ein bis zwei weitere Akkus. Drei Akkus in der Station, einer im Fluggerät — so läuft der Tag ohne Standzeit.
Behörden, Feuerwehr, BOS: Combo, und den Silent-Modus mitdenken. Wer nachts ausrückt, betreibt die Station im Fahrzeug, und 36 dB sind dort ein echtes Argument.
Mehrere Fluggeräte im Team: Standard-Konfigurationen kaufen und die Akkus separat kalkulieren. Bei drei Drohnen brauchen Sie keine drei Ladestationen — meist reichen zwei, wenn nicht alle gleichzeitig im Einsatz sind.
Was Sie vor der Bestellung klären sollten
Drei Fragen, die wir in der Beratung immer stellen, und die Sie sich vorab selbst beantworten können:
Wie viele Flugstunden pro Woche? Darunter hängt die Akkuzahl. Unter zwei Stunden reichen zwei Akkus, darüber wird es eng.
Wo wird geladen? Im Büro mit 220 V, im Fahrzeug über Wechselrichter oder auf der Baustelle am Generator? Die Ladezeiten unterscheiden sich deutlich — bei 110 V dauert der Schnellmodus statt 45 rund 70 Minuten.
Welche Nutzlast? Sie zieht an der Flugzeit und damit indirekt an der Akkuzahl. Wer mit schwerer Payload fliegt, plant den Akkubedarf großzügiger.
Wenn Sie bei einer der Fragen unsicher sind: Schreiben Sie uns kurz, welche Einsätze Sie planen. Wir stellen die Konfiguration zusammen und schicken Ihnen ein Angebot mit allen Positionen — Fluggerät, Akkus, Ladestation und, falls nötig, Nutzlast.
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Unsicher, welches Gerät zu Ihrem Einsatz passt?
Schreiben Sie uns in zwei Sätzen, was Sie vorhaben: Einsatzart, wie oft, unter welchen Bedingungen. Sie bekommen eine ehrliche Einschätzung von uns – auch dann, wenn das günstigere Gerät das richtige ist.
